Montag, 5. Juli 2010

Die ewige Diskussion um den Qualm

Gestern haben sich die Bürger Bayerns mehrheitlich für ein totales Rauchverbot ausgesprochen. Endlich! Ausnahmen für Eckkneipen mit einem Raum oder sonstige Kuriositäten der Gesetzgebung gibt es dort nun nicht mehr.

Im Vorfeld des Bürgervotums wurde Kampagne gemacht, von beiden Seiten. Sowohl von den Verfechtern als auch den Gegners des Nicht-Rauchergesetzes.

Jetzt ist die Lage klar und die Nein-Sager sind enttäuscht. Mit der Liberalität in Deutschland gehe es zu Ende, die Freiheit der Raucher würde massiv eingeschränkt und unzählige Kneipenwirte würden bald vor dem Nichts stehen.

Doch schauen wir uns die Kritikpunkte doch mal genau an.

Wie war das nochmal mit der Freiheit? In allen demokratischen Ländern leben wir nach einem einfachen Prinzip: Wo die Freiheit eines anderen anfängt, hört die eigene Freiheit auf.

Nehmen wir uns diesen Satz doch mal zu Herzen und wenden ihn auf die Diskussion an. Die Gegener des Rauchverbots fordern also die „Freiheit“, dass jeder Kneipenbesitzer entscheiden kann, ob bei ihm geraucht werden darf oder nicht. Das heißt, dass hier eine Einschränkung der Kneipenwahl für Raucher genauso, wie auch für Nichtraucher besteht. Beide müssen je nach Regelung der Kneipe entscheiden, ob sie diese betreten wollen oder nicht. Doch ist das gerecht? Der Raucher hat im Gegensatz zum Nichtraucher die persönliche Entscheidung getroffen, zugunsten des Genusses seine Gesundheit zu gefährden. Diese Entscheidung darf er treffen, doch indem er im öffentlichen Raum raucht, gefährdet er zusätzlich auch die Gesundheit anderer Menschen. Ist es nicht mehr als legitim, dass sich derjenige einschränken muss, der eine Entscheidung gegen die eigene Gesundheit und für ein ungesundes Leben fällt, als derjenige, der seinem Recht auf ein gesundes Leben nachgehen will? Stattdessen fordern die Gegner des Rauchverbots eine Einschränkung der Nichtraucher in ihrer Wahl des Lokals. Eine aus meiner Sicht nicht zu rechtfertigende Forderung.

Kommen wir zum nächsten Kritikpunkt: Kneipenbesitzer würden, gäbe es das Rauchverbot, vor dem Aus stehen. Ist das wirklich so? Schaun wir doch mal in andere Länder. In etlichen Ländern wurde das absolute Rauchverbot bereits vor Jahren eingeführt. Selbst in Irland, dem Land mit der wohl ausgeprägtesten Kneipenkultur der ganzen Welt herrscht dieses Verbot. Und gehen die Menschen deswegen nicht mehr in die Kneipe? Davon kann keine Rede sein. Es ist doch eine wirre Vorstellung, dass Raucher, sollte das Gesetz eingeführt werden plötzlich nicht mehr in Kneipen gehen.

Wirft man einen genaueren Blick auf die Kritiker des Verbotes, dann handelt es sich dabei einerseits um Raucher andererseits aber vor allem um Unternehmen, die mit dem Rauchen eine Menge Geld verdienen wie Zigarettenhersteller und Unternehmen, die mit dem Vertrieb der Produkte beauftragt sind. Schnell wird klar, dass es für sie hier nur um Geld geht. Freheit und Selbstbestimmung werden als Argumente vorgeschoben, um Werbung für die eigene Sache zu machen.

Von der Politik in diesem Land sollte daher schnell ein umfassendes nationales Gesetz verabschiedet werden, dass das Rauchen generell, an allen öffentlichen Orten ausnahmslos verbietet, so wie es jetzt in Bayern geschieht. Die Initiatoren des Rauchverbots in Bayern wollen ihre Initiative jetzt bundesweit ausweiten. Dabei kann ich ihnen nur viel Erfolg und alles Gute wünschen.

Für ein rauchfreies Deutschland und die Freiheit über seine eigene Gesundheit selbst entscheiden zu können.

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